Das Kriegsende lag gerade drei Jahre zurück, die Währungsreform wenige Monate. Viele Ehemänner waren gefallen, vermisst oder noch in Gefangenschaft. Die Last des Alltäglichen ruhte allein auf den Frauen, auch in vielen landwirtschaftlichen Betrieben.
Am 18. November 1948 gründeten 35 Bäuerinnen den Landfrauenverband Hamburg. Sie wussten, nur gemeinsam würden in diesen schwierigen Zeiten, in denen vom Wirtschaftswunder der späteren Jahre noch keine Rede war, die Aufgaben anzupacken sein, die eine Landfrau allein nicht schaffen konnte. Die Landfrauen in jenen Jahren waren besonders stark gefordert. Sie trugen die Verantwortung für Heim und Familie ebenso wie für die Gärten und Felder. Hinzu kam, dass die Bevölkerung in den großen Städten in den vergangenen Jahren nur überleben konnte durch die unermüdliche Arbeit der Landfrauen, die mit ihren landwirtschaftlichen Erzeugnissen die Städter mit versorgen mussten.
Der neu gegründete Verband bestand zunächst nur aus Einzelmitgliedern. Sehr schnell kam man jedoch zu der Einsicht, dass eine intensive, erfolgversprechende Arbeit nur in Gruppen geleistet werden konnte. So bildeten sich in kürzester Zeit Vereine, in denen die Landfrauen gezielter arbeiten konnten. Alle gemeinsam gehören sie heute zum LandFrauenverband Hamburg e. V..
Aufgaben und Ziele des LandFrauenverbandes waren von Anfang an die Information und Fortbildung der Mitglieder auf beruflichem, politischem und kulturellem Gebiet. Besonders wichtig waren neben der Mitgestaltung und Verbesserung der Lebensverhältnisse die Wahrnehmung und Vertretung der Interessen der Landfrauen in berufsständischen Gremien und im öffentlichen Leben.
Natürlich waren in den ersten Jahren des Bestehens des Landfrauenverbandes andere Themen wichtiger als heute. Damals wurden überwiegend praktische Kurse mit erstem Einsatz von modernen elektrischen Haushaltsgeräten angeboten. Man traf sich zum Erfahrungsaustausch in den Häusern der Mitglieder. An erster Stelle stand damals die Aus- und Fortbildung in der ländlichen Hauswirtschaft.